Blogeinträge (themensortiert)

Thema: nachdenklich

Über das Bild von gestern

Wenn ich ein Bild nicht nur so schnell schnell male, sondern genauer, bleibt nichts dem Zufall überlassen. Jedes Detail muss irgend eine Bedeutung haben, sonst bin ich nicht zufrieden.

Heute habe ich es endlich geschafft, einen Text beizufügen der halbwegs erklären soll, worum es eigentlich geht.

Und doch will ich noch einiges anfügen.

Da ist zunächst der Rahmen. Es symbolisiert ein Eingezwängt-Sein in Vorgaben unserer Gesellschaft. Eine Art Käfig, durch die Umwelt bestimmt, in die wir geboren wurden.

Der dunkle Hintergrund mit den blauen Linien stellt dunkles Wasser dar. Wasser als Symbol des Lebens und der Triebe. In diesem Fall ist der Todestrieb gemeint. Weil er bei Ausweglosigkeit ja doch oftmals laut zu werden pflegt.

Die Figur ist grün gekleidet, grün für die Hoffnung. Das Gewand ist außerdem heiter und lebendig. Er hatte stets den Humor bewahrt und auch andere damit erheitert, fast clownesk gab er sich. So überdeckte er für sich selbst seine innere Schwermut.

Die Streifen über dem Kopf stehen für schmerzhafte Gedanken.

Die Strahlen an linken oberen Ecke für helfende Spiritualität.

Der Bauch ist dick, er aß sich seine Schutzschicht an. Doch an den dünnen Gliedmaßen sieht man, er konnte sich auf diese Weise nicht wirklich stärker machen.

Das weiße Blatt symbolisiert die böse Nachricht, die sich während seiner Kindheit in seine Seele gelegt hatte wie ein Moloch. Sie wiegt schwer und lässt ihn fast nach vorne überkippen, in das schwarze Wasser.... Aber eben nur fast.

Nickname 29.01.2010, 00.57 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Von der Seele geschrieben...

Was bloggt man, wenn das Leben für einen gerade nur aus Alltag und Beruf besteht?

....nach diesem Satz saß ich nun länger da und dachte nach, denn so stimmt das auch wieder nicht.
Es ist viel mehr so, dass ich die Außenwelt im Moment etwas mehr ausblende um der Innenwelt mehr Raum zu geben. Und darüber kann man nur schwer bloggen, man sollte sowas ja nicht zu sehr in den öffentlichen Raum stellen.

Ich dachte immer, dass ich mich gut kennen würde. Langsam erkenne ich, wie sehr ich mich da geirrt hatte.
Es ist jetzt die Zeit der Aufarbeitung meiner desaströsen Kindheit.

Da geht es um halbbewusste Gedankenabläufe die sich früh festgesetzt hatten und ein unbeschwerteres Leben verhinderten.
Wie es funktionieren soll, durch solches Wissen der lebenslänglichen latenten depressiven Grundstimmung zu entkommen, weiß ich noch nicht, aber ich versuche, auf dem Weg zu sein. Wie bei allen Dingen die ich angehe, tu ich es mit ganzem Herzblut. Da kann man doch nicht einfach irgendwas Vergnügliches bloggen....

Heute Vormittag hörte ich ein kleines Kind, wie es in höchsten Tönen einfach seinen Gefühlen freien Lauf ließ. Seit Neuestem habe ich nämlich eine Krabbelstube direkt neben meinem Haus und vormittags gehen sie immer für eine Stunde raus, direkt vor meinem Wohnzimmer. Normalerweise erfreue ich mich an diesen Klängen der etwa zehn Zweijährigen. Sie klingen manchmal alle miteinander fast wie Tierchen, eines heult, ein anderes juchzt, das dritte kreischt einfach vergnüglich und steckt prompt alle anderen an, es gleich zu tun. Und normalerweise muss ich dann lächeln.

Aber heute war das anders. Plötzlich spürte ich schmerzhaft, wie es mir in dem Alter und auch später ergangen war. Ich machte zwar als kleines Kind bei sowas dann auch mit. Aber zugleich dachte ich stets, ich dürfe das nicht, denn ich sei zu unwert mich ebenso frei gehen zu lassen, ich dachte, als Mindere hätte ich nicht das Recht dazu. Und weil ich trotzdem mitgemacht hatte, plagte mich dann schlechtes Gewissen.

Da könnt ihr jetzt vermutlich nicht mit, nicht wahr? Oder doch?
Das war die Folge jener schwarzen Pädagogik von der ich unlängst schrieb....

Man trägt stets seine Kindheit in sich, keiner kann sich davon lösen. Man ist im Grunde immer noch das Kind bis zu seinem Lebensende....

Es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht.

Aber wie geht man damit um, wie bannt man die alten Geister?

Eigentlich wollte ich heute etwas über meine Arbeit schreiben. Und dann ist wie von selbst dieser Beitrag entstanden. Natürlich wieder viel zu lang.... Und ich habe wieder viel zu Privates preisgegeben....

Ich bin wirklich unverbesserlich!

Nickname 20.01.2010, 02.02 | (7/6) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Leben geht weiter....

Gestern wollte ich bloggen, hatte aber unmittelbar vorher die dramatischen Bilder aus Haiti gesehen und dann kam mir alles was ich hätte schreiben wollen, zu nichtig vor.

Kann, oder besser gesagt, darf man überhaupt angesichts der gerade stattfindenden Katastrophe in Port-au-Prince und Umgebung vergnüglich über seine kleine Welt berichten?

Doch, man kann. Und dürfen tut man erst recht. Es ist lebensklüger, es zu tun. Schließlich, was nützt es jenen verzweifelten Menschen, wenn man sich piätetvoll zurück nimmt? Spenden, nur das können wir tun. Und ansonsten dürfen wir uns an der Gnade unserer Geburt in einem erdbebensicheren Land mit relativ großem Wohlstand erfreuen.
Ein wenig Dankbarkeit, ja das wäre im Moment das passendste Gefühl. Wobei Dankbarkeit ja auch ein heilsames Gefühl ist, eines das man schon aus Eigennutz mehr pflegen sollte.

Dankbarkeit

Nickname 15.01.2010, 22.33 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

mystisches....

Als meine Mutter starb, war ich gerade ausnahmsweise nicht bei ihr. Ich saß morgens auf meiner Terrasse, schon auf dem Sprung zu ihr und murmelte verzweifelt innerlich: "Mutti, bitte stirb, Mutti bitte stirb." So schlimm war es schon mit ihr, wie eine beinahe verdorrte Pflanze war sie und so viel leiden musste sie, Leid auch für meinen Vater und mich.

Ich hatte ihren Tod nicht gespürt.
Und das war in Ordnung so, sagt der Verstand.

Einmal besichtigten meine Salzburger Schwester, ihre Kinder und ich eine kleine norditalienische Stadt. Dieser Ort wurde mir plötzlich zunehmend unsympathischer. Es war mir, als wenn ich eine schwarze Aura um ihn spüren würde. Unsere Stimmung wurde immer gereizter und dann trennten wir uns im Streit, teilten uns in zwei Gruppen. Mir der älteren Nichte streifte ich durch die Straßen und konnte mich nicht enthalten, ständig zu erwähnen, wie ungut hier alles sei, die Gebäude, aber auch die Menschen, alles fühlte sich irgendwie seltsam dunkel an.
Am selben Abend kam die Nachricht, dass meine amerikanische Schwester gestorben war, genau in der oben beschriebenen Zeit. Da war mir einiges klar.

Ich hatte ihren Tod gespürt.
Und das war so, das sagte mir ein sicheres Gefühl.

Als mein Vater starb, kam sein Geist zu mir. Im Schlaf zwar, aber er war es. Ich durfte sogar noch zwei Worte mit ihm wechseln. Gleich rief ich im Krankenhaus an, es stimmte mit seinem Tod. Dieses Erlebnis war mit das stärkste in meinem Leben, fast nicht zu fassen, so stark.

Ich hatte seinen Tod direkt wahrnehmen dürfen.
Und das war eine wertvolle Lehre, sagt mir Herz und Verstand.

Ganz überzeugt war ich davon, dass der erste Todestag meines Kätzchens morgen sei.
Heute Vormittag plötzlich musste ich so außergewöhnlich intensiv an sie denken. Ich starrte zu dem Platz, wo sie mich hinter meinem Rücken zum letzten Mal wortlos gerufen hatte. Als ich den Gedanken hatte, sie würde mir gerade auf den Schoß springen, spürte ich mit den Händen und in Gedanken ihrer Aura nach. (Erzählte ich schon, dass ich die Aura von allen Lebewesen, inklusive Pflanzen ertasten kann?) Ich sah mir ihre Fotos an und war sehr bewegt. Dann entdeckte ich, dass gerade genau ihre Todesstunde war.....

Hatte mein Unterbewusstsein mir da ein Schnippchen geschlagen?
Denn das kann doch nicht sein? Ist ja nur ein Tier.... Tiere sind doch einfach nur tot...
Aber sicher ist, dass ich von unserem gemeinsamen Anfang an das Gefühl hatte, dieses kleine Wesen sei ein Geschenk des Himmels.

Manche werden das seltsam finden. jetzt spinnt sie aber sicher, die Tirilli?

Aber wenn ich das heute doch so gespürt hatte!
Was soll ich machen, es war halt so. Und was man erlebt, hat auch Realität.

wirzwei.jpg




Nickname 03.11.2009, 23.39 | (8/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sumatra und Caritas

3000 Menschen werden nach dem verheerenden Erdbeben in Sumatra noch unter den Trümmern vermutet, die Bilder die wir in unsere Wohnzimmer bekommen sind ergreifend.
Gemessen daran, wie gut geht es doch uns....

In Zeiten der Vernetzung ist Spenden ganz leicht. Ein paar Klicks und schon hat man eine Abbuchung veranlasst, ohne sich aus dem Sessel bewegt zu haben. Nötig ist nur eine Organisation, der man vertraut.

In Österreich ist das zum Beispiel die Caritas. Ich bekam immer einen detaillierten Bericht über die Verteilung der Spendengelder, mein Eindruck von dieser Institution ist sehr positiv.
In diesem Zusammenhang ist es vielleicht ganz interessant, hier mal nachzusehen, wie viel welches europäische Land + Russland an Spendengeldern aufgebracht hat. Natürlich ist das Spendenaufkommen in katholischen Ländern höher, ist doch die Caritas eine Organisation dieser Kirche. Aber man muss wissen, es arbeiten auch viele Evangelische mit. Und es wird geholfen, ohne auf die Kirchenzugehörigkeit zu achten. So wurde auch mir, die ich nicht katholisch bin, in einer persönlichen Krise, damals im Alter von 36 Jahren sehr beigestanden.

In Caritas Deutschland kann man hier spenden.

Wenn jemand mir noch andere vertrauenswürdige Organisationen nennt, will ich die hier gerne auch verlinken.

Nickname 02.10.2009, 23.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der neue Header...


.....verrät ein wenig von meinen Empfindungen diesen Sommer...

Nickname 14.08.2009, 23.09 | (6/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Über die Zeit

uhr_pulsierend_anim.gif

Haben wir nicht alle tief in unserem Herzen ein Problem mit der Zeit?

Manchmal wollen wir, dass sie schneller vergeht.
Dann wieder würden wir sie so gerne zurück schrauben.
Wenn wir auf unsere Lebenszeit sehen, wollen wir sie anhalten.

Wir fühlen manchmal schmerzhaft, wie schnell die Zeit verrinnt und was wir doch alles für unser Leben ursprünglich wollten.
Und wir ertragen nur schwer, darüber nachzudenken, wie kurz unser Leben noch dauert.

Die Zeit heilt alle Wunden. Aber was ist, wenn die Zeit selbst die Krankheit ist?
(Unbekannt)

Ich habe den Verdacht, dass fast jeder seinen Konflikt mit der Zeit hat.

Was meint ihr?

Nickname 12.08.2009, 23.12 | (7/7) Kommentare (RSS) | TB | PL

Gäste, Gäste, Gäste....

Eingeladene und nicht Eingeladene. Alle kommen so gerne, es liegt aber wohl weniger an mir, als an der Gegend, am See, den touristischen Angeboten, am Wetter und letztendlich daran, dass ich einen Garten habe.
Heute ist wieder jemand eingetroffen.
Diese zwei Sommermonate werde ich wohl nur etwa eine Woche ohne Besuch sein. Obwohl ich mir mehr erbeten hatte, aber das ging nicht, mein Wunsch wurde wohl nicht ernst genug genommen. Oder er stand der Planung entgegen.

Alle sind SEHR lieb, sehr rücksichtsvoll, total selbstständig, besser geht es gar nicht!
Und doch, die Selbstbestimmtheit fehlt mir ein bisschen.
Andererseits, es ist gut, nicht immer nur so ganz nach eigenen Wünschen zu leben. Als Single wird man mit seinen Alltagsgebräuchen schnell zu selbstbezogen. So ein bisschen das Leben in Gemeinschaft zu üben, ist auch mal ganz gut. Auch wenn man sich halt mal nach Ruhe sehnt.

Eine Seite die meine Leser an mir vermutlich nicht kennen, ist das starke Bedürfnis nach Ruhe und dem Alleinsein. Wenn ich es dann aber ausleben kann, bin ich auch nicht glücklich. Dann empfinde ich manchmal Schwermut und Einsamkeit. Und doch brauche ich die Zeit mit mir allein wie eine tägliche Speise.
Dieser Zwiespalt macht mir oft zu schaffen, er ist so unlösbar!

Nickname 11.08.2009, 23.38 | (8/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Erdbeben in den Abruzzen

Ich kann den Horror der Menschen aus dem Erdbebengebiet in den Abruzzen ein wenig nachvollziehen. Ich war zwar ein kleines Kind, aber da war ich dabei:

erdbchile1960.jpgDarüber bloggte ich schon einmal.
Man findet es hier, etwas weiter unten.
An unserem Bungalow war aber glücklicherweise nichts passiert.
Es kommt schon ein panisches Gefühl auf, wenn nicht einmal der Boden unter den Füßen sicher ist!

Die armen Menschen, hoffentlich gibt es überregionale Hilfsaktionen!

Aber eines muss man auch sagen, noch schlimmer wäre es vielleicht südlich von Rom ausgegangen. Der Vesuv ist ja bekanntlich seit 1944 durch einen riesigen Felsen verstopft, umso schlimmer wird der nächste Ausbruch ausfallen: Dieser Vulkan wird irgendwann explodieren.

Nickname 06.04.2009, 22.49 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Alles schwingt.

In uns allen steckt ein Stück Schöpfungsgeschichte.
Jeder hat seinen eigenen Urknall.
© Ernst Ferstl


Dies ist wohl der bekannteste Aphorismus von Ernst Ferstl. So wie es aber aussieht, gab es nicht nur einen Urknall und da wir ja bekannterweise eins sind mit der Schöpfung, haben wir wohl auch mehrere. ;-)

Wie ich jetzt auf das komme?

Ich las von einer hochspannenden Theorie über die Zeit vor dem Urknall im "Spiegel".

So viel nur vorweg: Wenn ihr einen Luftballon aussaugt und immer weiter und weiter aussaugt, stülpt er sich irgendwann um und bläst sich in eurem Rachen auf, falls ihr artistische Fähigkeiten habt. :o) So ungefähr ist diese Theorie, nur halt ohne Rachen! *g*

Was Luftballon und Urknall eventuell gemeinsam haben könnten, kann man hier nachlesen.
Wer nun keine Zeit oder Lust hat, den ganzen Artikel zu lesen, möge wenigstens diese Grafik ansehen.

Es wäre doch der pure Wahnsinn, wenn es so wäre? Wenn man jetzt weiterdenkt, oh oh....

Irgendwie wäre es nur logisch. Als Musikerin habe ich mit Luftschwingungen zu tun, nichts anderes sind ja Töne. Und daher passe ich immer genau auf, wenn es ums Pulsieren bei den Dingen geht. Und es gibt nichts, das nicht pulsiert. Davon ist nicht einmal die Geschichte des Menschen ausgenommen.

Was ich bei der Menschheitsgeschichte meine? Seien es politische Denkweisen, sei es die Gesellschaft, die Erziehung, ja sogar der Durchschnittspuls der Generationen der minimal höher und wieder niedriger wird wie ich einmal von Konrad Lorenz hörte, alles kommt und geht und ist allmählich dann wieder da. Es bewirkt Leben und Entwicklung und wir wissen das ja eh, nur sollten wir uns das manchmal bewusster machen.

Das Pulsieren kommt im Allerkleinsten vor, warum sollte es im Größten nicht bis zur letzten Konsequenz so sein? Faszinierend ist außerdem, dass vieles in Proportionen abläuft, die wir auch in der Musik als harmonisch empfinden.

Für mich ist es wie der Herzschlag Gottes. Würde dieses Pulsieren enden, wäre es das Ende von Materie und Geist.

schwingung1.jpg

Nickname 05.04.2009, 23.56 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL